Alle Beiträge von admin

Eine Winterreise – Schubert reloaded

Klang-Puristen mögen erschaudern bei der Vorstellung, der Originalfassung für Pianoforte von Franz Schuberts (1797-1828) Winterreise musikalisch und choreografisch etwas hinzuzufügen. Doch die Inszenierung mit dem Tanz-Theater Münster unter der Leitung von Hans Henning Paar holt auf der Grundlage der Komposition von Hans Zender auch die gesellschaftlichen und politischen Bezüge des Liederzyklus in die Gegenwart.

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Regellose Rechtschreibung

Ein befreundeter Oberstudienrat beklagte kürzlich, dass er seine Schüler laut offiziellem Benotungssystem bereits mit zwei Punkten belohnen müsse, wenn sie willens und in der Lage seien, ihre Arbeiten korrekt zu nummerieren und zu signieren. Ein Regelwerk für Rechtschreibung lerne keiner seiner Schüler mehr. Kulturpessimismus hin oder her: Wozu sich noch um Regeln scheren, wenn ohnehin erlaubt ist, was gefällt?

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Erkenntnis in geschlossenen Systemen – Gerhard Richter in Münster

Man nehme eine Kirche mit ausreichend hoher Vierungskuppel, einen der bestbezahlten zeitgenössischen Künstler, ein Quantum Naturwissenschaft und fertig ist die Sensation: Gerhard Richter schenkt der Stadt Münster ein Kunstwerk. Wissenschaftliches Experiment beweist die Erdrotation. Die Inquisition entlässt ihre Kinder.
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Gegen den Lauf der Zeit

Debugging life: Einmal den Programmablauf am Breakpoint anhalten und ein paar Variablen korrigieren … Wird der überraschend heimgekehrte Ehemann den nur notdürftig unter einem Tischtuch versteckten Liebhaber seiner Frau entdecken? Ein paar Sequenzen bis zur entscheidenden Szene zurückspulen und noch einmal inszenieren …

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Der Trost von Flieder und von Kalziumphosphat

John Berger, Und unserer Gesichter, mein Herz, vergänglich wie Fotos, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1986.
John Berger, Und unserer Gesichter, mein Herz, vergänglich wie Fotos, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1986.

„Vielleicht ist der Flieder die Blume, die auf die üppigste Weise weiblich ist“, schreibt John Berger (1926 – 2017) in „Und unsere Gesichter, mein Herz, vergänglich wie Fotos“. Und: „Der Fliederduft, hast du einmal gesagt, ist vom Geruch der Kühe im Stall nicht so weit entfernt. Beide sind Gerüche des Friedens und des Zauderns.“
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